„Hier ist die aktuelle Fassung, es sind nur wenige Änderungen.“ Für freiberufliche Übersetzer klärt diese Nachricht noch nicht, welche Datei jetzt als Grundlage gilt. Bestimmen Sie vor der Weiterarbeit den maßgeblichen Ausgangstext, die Änderungen und das erwartete Ergebnis. So können Sie dem Kunden einen klaren nächsten Schritt vorschlagen, statt zwei Katalogstände zu vermischen.
Der folgende Fall ist fiktiv. Dateinamen und Mengen veranschaulichen die Entscheidungen; sie stammen nicht aus einem Kundenprojekt von DocBunker.
Am Dienstag kommt das kommentierte PDF, am Donnerstag eine neue Tabelle
Eine Übersetzerin erstellt die englische Fassung eines französischen Katalogs. Der Kunde hat catalogue-FR-v1.xlsx mit Artikelnummern und Beschreibungen für 40 Produkte geliefert. Ein PDF zeigt das Layout. Der vereinbarte Liefertermin bezieht sich auf diese Grundlage und diesen Umfang.
Am Dienstag schickt die Marketingleiterin das kommentierte PDF zurück. Sie wünscht zwei kürzere Überschriften und präzisiert Begriffe einer Produktreihe. Am Donnerstag lädt der Produktverantwortliche catalogue-FR-v2.xlsx hoch: Drei Beschreibungen sind geändert, zwei Artikel hinzugekommen. Seine Nachricht spricht nur von „ein paar Korrekturen“.
Die Übersetzerin muss nun Stilwünsche aus dem PDF, Änderungen am französischen Text und zusätzliche Produkte auseinanderhalten. Wer die Kommentare ohne diese Klärung übernimmt, könnte am Ende die falsche Ausgangsfassung übersetzt haben.
Klären Sie, was die neue Datei ersetzt
Die neueste Datei hebt frühere Vorgaben nicht zwangsläufig auf. Fragen Sie, ob die Tabelle den gesamten Ausgangstext ersetzt, ob die PDF-Kommentare weiter gelten und wer dies für das Kundenteam bestätigen kann.
Eine kurze Notiz zur Weiterarbeit könnte für diesen Katalog festhalten:
- Maßgebliche Grundlage:
catalogue-FR-v2.xlsx, Tabellenblatt „Produkte“. - Weiter geltende Vorgaben: Terminologie der Produktreihe und kürzere Überschriften vom Dienstag.
- Zu prüfende Änderungen: Beschreibungen zu P014, P018 und P027; neue Artikel P041 und P042.
- Vorgeschlagene Lieferung: eine englische Tabelle passend zur v2, danach eine Layoutprüfung, sofern sie zum Auftrag gehört.
Die Kennungen sind Beispiele. Artikelnummern sind genauer als „die drei Zeilen in der Mitte“: Der Kunde könnte Zeilen zwischen den Fassungen verschoben haben. Fragen Sie auch nach Löschungen.
Prüfen Sie den Aufwand vor der Terminzusage
Vergleichen Sie die neue Grundlage mit Ihrer Arbeitsfassung mit den Mitteln Ihres Werkzeugs. Eine neue Beschreibung kann Übersetzung und Terminologieprüfung erfordern; eine kürzere Überschrift verlangt eine Formulierungsentscheidung. Das sind nicht unbedingt dieselben Arbeitsschritte.
Wenn Sie ein CAT-Tool nutzen, prüfen Sie dessen Ablauf für neue Ausgangsdateien. Die memoQ-Dokumentation zum erneuten Import beschreibt beispielsweise, wie ein bestehendes Dokument aus einer neuen Datei erneut importiert wird. Dieser technische Schritt entscheidet nicht, welche Änderungen der Kunde beauftragen möchte.
Bewahren Sie vor der Weiterarbeit eine gekennzeichnete Arbeitskopie auf, prüfen Sie die Unterschiede und stimmen Sie Umfang und Termin ab. Geht die Anfrage über die ursprüngliche Planung hinaus, schlagen Sie eine Anpassung vor, bevor Sie den bisherigen Termin zusagen. Das ist eine Empfehlung zur Auftragsorganisation, keine allgemeine Honorarregel für den Beruf.
Eine Antwort, mit der der Kunde entscheiden kann
Ich habe catalogue-FR-v2.xlsx erhalten. Bitte bestätigen Sie vor der Weiterarbeit, dass diese Datei die v1 ersetzt und die PDF-Vorgaben vom Dienstag weiter gelten. Ich habe drei geänderte Beschreibungen und zwei neue Artikel zur Prüfung vorgemerkt. Anschließend bestätige ich den zusätzlichen Aufwand und den Liefertermin. Vorgesehen ist eine englische Tabelle auf Grundlage der v2; die Layoutprüfung müssen wir noch abstimmen.
Damit trennen Sie den Dateieingang von einer Zusage. Der Kunde erhält eine konkrete Frage und weiß, welche Rückmeldung von Ihnen folgt.
Bei einer einzelnen Wortkorrektur in einer eindeutig benannten Datei kann ein E-Mail-Austausch genügen. Ein gemeinsamer Ordner wird hilfreich, wenn mehrere Personen im Projektverlauf Ausgangstexte, Vorgaben und Rückmeldungen liefern.
Projektunterlagen sammeln, im Übersetzungswerkzeug arbeiten
Ein DocBunker-Ordner kann die Ausgangstabelle, das kommentierte PDF und Kundenkommentare zusammenführen. Der Kunde öffnet den Link ohne eigenes Konto. Nennen Sie im Kommentar zur Weiterarbeit die Datei und die betroffenen Artikel. Unsere Seite zum Dokumentenaustausch für Freelancer zeigt diesen Einsatz.
DocBunker vergleicht keine Ausgangsdateien, führt keine Änderungen zusammen und ersetzt Ihr Übersetzungswerkzeug nicht. Der Ordner entscheidet auch nicht, welche Vorgabe Vorrang hat. Jeder mit einem aktiven Link kann ihn nutzen. Wählen Sie die Empfänger; das Schließen des Links holt heruntergeladene Kopien nicht zurück.
Benennen Sie bei der Lieferung den Zusammenhang: catalogue-EN-source-v2.xlsx übersetzt catalogue-FR-v2.xlsx unter Beachtung der bestätigten Vorgaben. Bitten Sie um eine ausdrückliche Rückmeldung zu dieser Lieferung. Unser Beitrag über Feedback per E-Mail und Ordnerkommentare behandelt diesen Schritt.




